Spalier Waldgarten

Spalier Waldgarten

Ein sich selbst bewässernder Waldgarten mit essbaren Leckereien. Völlig mobil auf Rollen mit Sitzbänken – auf Tour durch Deutschland

Spalier Waldgarten

Dimensionen

  • Höhe: 220 cm
  • Länge ohne Bank: 120 cm
  • Breite ohne Bank: 100 cm
  • Begrünte Fläche: 10 m²
  • Begrünungsfaktor (Verhältnis Grünfläche / Grundfläche): 8,3
  • Volumen Zisterne: 300 Liter
  • Leergewicht (ohne Wasser): ca. 250 kg
  • Transport auf Rollwagen mir Feststellbremse und Wegfahrsperre

Bepflanzung

  • ca. 20 unterschiedliche Pflanzenarten
  • essbare Rankpflanzen (Gemüse, Obst und Blätter)
  • blühende Rankpflanzen
  • automatische Bewässerung durch Regenwasser

Deine Meinung ist gefragt

Hier steht ein Prototyp eines mobilen vertikalen Gartens

Häufige Fragen

F: Welchen Zweck hat MobiGa?
A: Wir möchten neue Möglichkeiten erkunden, wie man versiegelte und im Sommer häufig überhitzte Innenstadtflächen mit Pflanzen aufwerten kann. Insbesondere möchten wir prüfen, ob und wie Pflanzen die direkte Umgebung abkühlen und so für den Menschen ein bessere Wohlfühlatmosphäre bieten können.

F: Warum so einen Aufwand? Wäre es nicht besser und einfacher einen Baum oder Sträucher zu pflanzen?
A: Dies ist leider gerade in Innenstädten nur sehr schwer realisierbar. Folgende Gründe sprechen meist dagegen:

  • Der Untergrund ist meist von vielen Leitungen für Strom, Gas, Wasser und Kommunikation durchzogen. Diese Leitungen müssten erst verlegt werden. Zudem reicht es nicht einfach ein Loch für einen Baum auszuheben. Die Wurzeln müssen auch genügend Wasser bekommen. Daher müssen die Bäume in den ersten Jahren regelmäßig bewässert werden. Eine Baumpflanzung ist daher sehr teuer und kostet oft über 10.000 Euro. 
  • Gerade in Innenstadtbereichen werden viele Flächen für eine vielfältige und vorübergehende Nutzung benötigt. Sei es der Wochenmarkt, ein Straßenfest oder die Außenbestuhlung eines Restaurants. Für dauerhafte Pflanzungen direkt in den Boden ist dann kaum mehr Platz. Mobile Lösungen, wie z.B. mit MobiGa, sind hier deutlich flexibler. Wenn die Fläche mal für einen anderen Zweck gebraucht wird, kann die Pflanzeninsel einfach an eine andere Stelle transportiert werden.
  • In bestimmten Fällen spricht auch der Denkmalschutz gegen eine dauerhafte Bepflanzung. Eine mobile und temporäre Begrünung ist dagegen meist problemlos möglich.

F: Warum vertikaler Garten? Warum nicht einfach ein Hochbeet?
A: Durch die vertikale Bepflanzung können auf der gleichen Grundfläche viele mehr Pflanzen wachsen als bei einer horizontalen Variante. Dieser Mehrwert oder Mehrfläche nennen wir auch „Begrünungsfaktor“. Die ist das Verhältnis der Grundfläche zur Grünfläche. Bei diesem MobiGa-System liegt dieses Verhältnis bei 8,3. Dies bedeutet, dass auf 1 m² Grundfläche 8,3 m² bepflanzt werden können. Ein weiterer Vorteil von vertikalen Systemen liegt darin, dass damit auch ein Schallschutz erreicht werden kann. Dies ist vor allem bei Aufbauten in der Nähe von lauten Verkehrsstraßen interessant. Zudem können vertikale Systeme Feinstaub besser aus der Umgebungsluft binden.

F: Wo finde ich das MobiGa System?
A: Dieser Prototyp ist immer unterwegs und wird an verschiedenen Orten in Deutschland zu finden sein. Wenn Du mehr wissen möchtest, kontaktiere uns einfach.

F: Warum blüht hier so wenig?
A: Im Gegensatz zu den sonst üblichen Pflanzen- und Blumenarrangements im Innenstadtbereich sollen die MobiGa-Systeme eine Vielzahl von Funktionen erfüllen:

  1. Die Pflanzen sollen möglichst viel Wasser verdunsten, um so die direkte Umgebungsluft etwas abzukühlen. Dies funktioniert am besten mit viel Blattoberfläche, wie z.B. mit den Gräsern und den Kräutern den vertikalen Wiesenflächen.
  2. Das System soll möglichst nachhaltig gestaltet sein und wenig Pflege benötigen. Viele Blühpflanzen blühen jedoch nur kurze Zeit. Für eine ganzjährige Blüte müssten diese dann immer wieder ersetzt werden. In diesem MobiGa-System haben wir daher überwiegend winterharte Stauden eingesetzt, die erst im Laufe des Sommers und Herbst blühen. Manche davon blühen erst im zweiten oder dritten Jahr. Zudem wurde darauf geachtet, dass einige Pflanzen besonders gut riechen oder essbar sind. Auch wollten wir giftige Pflanzen vermeiden. Schließlich sollen einige Pflanzen auch für Wildbienen attraktiv sein, die vor allem im Herbst nur schwer Nahrung finden.
  3. In diesem System sind auch viele essbare Pflanzen untergegracht. Diese blühen jedoch nur eine kurze Zeit.
  4. Pflanzen haben ganz unterschiedliche Nährstoff- und Standortsbedingungen. Daher muss man bei der Auswahl gut abwägen, welche Pflanzen zusammen in einem MobiGa-System vergesellschaftet werden. Hier sind wir auch noch viel am Experimentieren. 
  5. Außerdem müssen viele Pflanzen auch noch wachsen. Bei diesem System soll nach 2-3 Jahren alles komplett zugewachsen sein, so dass nur noch die Bänke zu sehen sind und alles andere hinter den Pflanzen verschwindet. Also bitte noch ein wenig Geduld haben.

F: Werden wir von den Wildbienen nicht gestochen?
A: Das ist sehr unwahrscheinlich. Wildbienen bilden keinen Statt, den sie verteidigen müssen und daher haben sie auch keinen Grund zum Stechen. Nur wenn man sie ärgert! Daher gilt: bevor man sich hinsetzt und an die Wiesen anlehnt, sollte man immer vorher prüfen, ob man nicht eine Wildbiene in Bedrängnis bringt oder verletzen könnte. Sollte dies doch mal versehentlich passieren, wird dies kein schmerzender Stich wie bei einer Honigbiene oder einer Wespe sein. Wildbienen keinen oder nur einen sehr kleinen Stachel zur Verteidigung. Unsere Haut kann dieser kaum durchdringen. Einige Wildbienen haben aber auch einen sehr großen Stachel. Jedoch handelt es sich dann um sogenannte Ovipositor. Dies ist eine Legestachel, der bis zu mehreren Zentimeter lang sein kann. Zur Verteidigung kann dieser nicht eingesetzt werden. 

F: Wie funktioniert die Abkühlung der Umgebung mit MobiGa?
A: Hier kommen mehrere Effekte zum tragen: 

  1. Erzeugung von Verdunstungskälte über das System. Indem die Oberfläche des MobiGa-Systems immer leicht feucht gehalten wird, verdunstet Wasser. Das bedeutet, das Wasser wechselt seinen Zustand von flüssig in gasförmig. Dieser Vorgang benötigt jedoch Energie in Form von Wärme. Diese Wärme wird aus der Umgebungsluft entzogen und die Luft wird abgekühlt.
  2. Pflanzen geben über Blattoberfläche Feuchtigkeit ab. Durch diesen „Schwitzvorgang“ wird der Luft ebenfalls Wärme entzogen und es kommt zu einer Abkühlung der Umgebungsluft.
  3. Die Zisterne und der Substratkern des MobiGa-Systems wirkt als Puffer für Temperaturschwankungen. An heißen Sonnentagen ist der Kern des Systems noch deutlich kühler. Umgekehrt kann in kühlen Nächten das System Wärme abgeben.
  4. Durch den Schattenwurf entsteht ebenfalls eine Abkühlung.

F: Wie groß ist der Kühleffekt des MobiGa-Systems?
A: Für diesen Prototypen können wir dies noch nicht genau sagen. Wir führen über den Sommer regelmäßig wissenschaftliche Messungen mit einer Klimastation durch. Aus den Ergebnissen des Vorjahrs an einem ähnlichen Systems konnten wir eine Abkühlung von bis zu 2°C in der unmittelbaren Umgebung feststellen. Die Oberfläche war sogar bis zu 10°C kühler. Natürlich kann bei der kleinen Dimension eines MobiGa-Systems nicht ein ganzer Platz abgekühlt werden. Möglicherweise kann dies jedoch gelingen, wenn mehrere Systeme nebeneinander aufgestellt werden. Bei diesem System soll der Effekt vor allem dann spürbar werden, wenn man sich direkt hinsetzt.

F: Welche weiteren Besonderheiten in Bezug auf Nachhaltigkeit, Systemaufbau und Einsatzmöglichkeiten haben die MobiGa-Systeme sonst noch?
A: Auf der Startseite des Projektes sind hierzu ausführliche Informationen, siehe: www.mobiga.info.

F: Gibt es die MobiGa-Systeme bereits zu kaufen?
A: Nein. Derzeit befinden wir uns noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase. Im Laufe des Jahres 2021 möchten wir ein Start-Up gründen mit dem wir die Prototypen zur Marktreife bringen. Ab dem Jahr 2023 möchten wir die Systeme auf dem Markt bringen. Übrigens, hier suchen wir noch Partner für Testanwendungen, Kooperationen, Sponsoren und Investoren.

F: Wofür steht der Begriff MobiGa?
A: MobiGa steht für den Projekttitel: „Vertikale mobile Gärten als Instrument zur Anpassung an den Klimawandel im urbanen Raum und in Gebäuden – Entwicklung eines autarken modularen Systems“.​

F: Wer steckt hinter MobiGa?
A: Wir sind ein Forschungsverbund aus den Unternehmen UDATA GmbH, Palaterra Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft mbH und der Technischen Hochschule Bingen.​

F: Wer finanziert das Projekt?
A: Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Fachprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung (FONA³)“ der Bundesregierung finanziell gefördert. Ziel des Programmes ist es, das Innovationspotential in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) im Bereich der Spitzenforschung zu stärken.​ Die beteiligten Unternehmen erhalten jedoch nur einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 60%. Hochschulen erhalten eine Förderung von 100%.

F: Gibt es noch weitere Prototypen und wo erhalte ich noch weitere Informationen zum Projekt?
A: Ja, besuchen Sie unsere Projektseite www.mobiga.info oder Sie dürfen uns auch gerne kontaktieren.

Was wächst denn da?

Essbare Pflanzen und Früchte

Eberraute / Cola-Strauch – Artemisia abrotanum

Blütezeit: Juli bis Oktober

Besonderheiten: Heil- und Gewürzpflanze, Bienenweide, Duftpflanze (riecht nach Cola), winterhart, laubabwerfend

Akebia Quinata – Silver Bells / Schokoladenwein oder Fünfblättrige Akebie

Blütezeit: April bis Mai

Früchte: September bis Oktober, gurkenförmig, 10-12 cm, gurkenförmig, essbar und süß

Besonderheiten: zur Fruchtbildung sind mehrer Pflanzen notwendig. Erst nach mehreren Jahren werden Früchte ausgebildet. Frosthart.

Akebia Quinata – Alba / Schokoladenwein oder Fünfblättrige Akebie

Blütezeit: ab Mitte April

Früchte: September bis Oktober, gurkenförmig, 10-12 cm, gurkenförmig, essbar und süß

Besonderheiten: zur Fruchtbildung sind mehrer Pflanzen notwendig. Erst nach mehreren Jahren werden Früchte ausgebildet. Frosthart.

Vitis Muscat „blue“ / Blauer Muskatwein

Blütezeit: ab Mai

Früchte: August bis September

Besonderheiten: Weintrauben mit Muskataroma

Solanum lycopersicum – Tomate

Blütezeit: ab Mai

Früchte: ab Juli bis Oktober

Jiaogulan / Unsterblichkeitskraut  – Gynostemma pentaphyllum

Blütezeit: Juli bis August

Besonderheiten: Rankpflanze, Würz- und Heilkraut (Blätter), Beeren nicht genießbar, jedoch ungiftig. Winterhart (laubabwerfend)

Vietnamesischer Koriander – Persicaria odorata

Blütezeit: Juli bis September

Besonderheiten: Heil- und Gewürzpflanze, nicht winterfest

Satureja montana / Berg-Bohnenkraut

Blütezeit: August bis September

Besonderheiten: Gewürzpflanze, wintergrün, sehr aromatisch, besonders hitzeverträglich

Cucumis sativus / Gurke

Blütezeit: ab Juni

Klettererdbeere – Fragaria ananassa

Blütezeit: ab Mitte Mai

Früchte: ab Juni bis Frostbeginn

Besonderheiten: Ideal für Spaliere und Zäune

Erigeron karvinskianus – Spanisches Gänseblümchen

Blütezeit: Juni bis Oktober

Besonderheiten: polsterbildend, winterhart

Lippia dulcis / Atztekisches Süßkraut

Blütezeit: Juni bis September

Besonderheiten: nicht winterhart, Heilpflanze mit natürlichen Süßstoff, schnellwüchsig, Teepflanze

Ocimum killmandscharicum / Roter Strauchbasilikum

Blütezeit: Mai bis September

Besonderheiten: mehrjährig, nicht winterhart, Gewürzpflanze, hält Stechmücken fern

Tagetes Patula / Studentenblume

Blütezeit: Juli bis Oktober

Besonderheiten: Blüten als Gewürzpflanze

Zitronenthymian  – Thymus citriodorus

Blütezeit: Juni bis August

Besonderheiten: Intensiver Duft und Aroma, Gewürzpflanze, essbar, Bienen- und Insektenweide, winterhart, polsterförmiger Wuchs

Hängepolster Glockenblume – Campanula poscharskyana

Blütezeit: Juni bis September, viele kleine violette Blüten

Besonderheiten: polsterförmiger Wuchs, besonders winterhart, Bienenweide

Sonstige Pflanzen (nicht genießbar)

Nepeta grandiflora / Großblütige Katzenminze

Blütezeit: Juni bis August

Besonderheiten: Duftpflanze, Bienenweide, wirft im Herbst Blätter ab

Lonicera henryi – Immergrünes Geißblatt

Blütezeit: Juni bis Juli

Besonderheiten: Kletterpflanze, immergrün

Lonicera japonica / Japanisches Geißblatt

Blütezeit: Juni bis August

Besonderheiten: Kletterpflanze, immergrün

Euonymus fortunei ‚Coloratus‘ / Purpur-Kriechspindel ‚Coloratus‘

Blütezeit: Juni bis Juli

Besonderheiten: Kletterpflanze, immergrün